Radikale Strömungen stehen bei der Bedrohung der Sicherheit und des Weltfriedens an erster Stelle. Jeglicher Radikalismus hat revolutionären Wandel zum Ziel und folgt dabei einer harten, kompromisslosen Politik. Dieser Stil kommt in den Reden, Schriften und Demonstrationen radikaler Personen deutlich zum Vorschein. Radikale Bewegungen versuchen eine Massenpsychose zu bewirken, die an die Stelle von bewußtem Verhalten blind verteidigte Dogmen setzt und sich entsprechend dieser Dogmen entwickelt. In einem solchen Umfeld, in dem Toleranz und Verständnis völlig verschwunden sind, entsteht Feindschaft gegenüber anderen Ideologien, Glaubensrichtungen und Rassen, ohne dass die Notwendigkeit empfunden wird Gedanken und Ansichten der Gegenseite anzuhören.
Hunderte von unschuldigen Menschen verloren beiden Terroranschlägen des 11. September ihr Leben. |
Manche Kreise bemühten sich, die Anschläge vom 11. September allen Muslimen zuzuschreiben. Doch die islamische Moral verbietet aufs Heftigste Gewalt und Aggression. Nach den Ereignissen betonte George Bush bei einem Moscheebesuch, dass der Islam eine Religion des Friedens ist und dass sich die amerikanische Bevölkerung vor falschen Informationen in acht nehmen soll. Für die Opfer der Anschläge beteten Muslime und Christen gemeinsam. |
• Radikalismus ist nicht mit der religiösen Moral zu vereinbaren. Wichtig sind das Aufzeigen dieser Tatsache anhand von Beweisen und der ideelle Sieg über Radikale, die behaupten im Namen der Religion aufzutreten. Den Menschen muß erklärt werden, dass die Anhänger der drei Göttlichen Religionen verpflichtet sind, geduldig, liebevoll, feinfühlig, und respektvoll zu sein. Den Menschen muss erklärt werden, dass der Herr allen Menschen Unterdrückung und Aggression verboten hat, dass vor Allah kein Verhalten erlaubt ist, dass unschuldigen Menschen Schaden zufügt und dass sich Menschen, die sich auf diesen Weg begeben, in einem großen Irrtum befinden. Dank dieser Schrift wird von der Gesellschaft sofort entdeckt werden, wenn Menschen nicht das Rechte sagen und sich auf einem Abweg befinden, die im Namen der Religion auftreten, jedoch intolerant und gewaltbereit sind. So wird es diesen Menschen nicht mehr möglich sein, Anhänger zu finden.
• Vorurteile sind ein Hindernis für einen Dialog zwischen den Gesellschaften. Ein wichtiger Schritt zum Aufbau guter Beziehungen ist die Vorbereitung eines Umfeldes, in dem die Anhänger der drei Göttlichen Religionen Glauben, Traditionen und Andachtsübungen der anderen näher kennenlernen können. Gegenseitige Ausbildungs- und Kulturprogramme vermögen mit Leichtigkeit, ein solches Umfeld herzustellen. Lernen sich die Anhänger unterscheidlicher Religionen kennen, dann erkennen sie, über wie viele Gemeinsamkeiten sie verfügen und sie erhalten die Möglichkeit zu einer Versöhnung. Die Menschen müssen einander ihre jeweilige Weltanschauung entsprechend der Moral, die Allah ihnen in den heiligen Büchern befahl erklären, denn auf diese Weise werden aus Wissensmangel resultierende Mißverständnisse verhindert.
• Um die genannten kulturellen Arbeiten zum Erfolg zu führen, fällt den Medien eine wichtige Rolle zu. Die Medien müssen diese kulturellen Tätigkeiten unterstützen, um dem Dialog zwischen den Gesellschaften zum Erfolg zu verhelfen. Publikationen, die Ausgrenzung und Gewalt provozieren, sind zu unterlassen und Publikationen, die Ausgeglichenheit und Toleranz fördern, sind zu verbreiten. Publikationen vor allem der westlichen Presse zu diesem Thema sind ein wichtiger Schritt zur Beseitigung der Vorurteile, die von bestimmten Kreisen gegen Muslime geschürt werden. Die Medienorgane der Islamischen Welt andererseits müssen sich sorgfältig vor Veröffentlichungen hüten, die den Haß auf andere Religionen und Zivilisationen anheizen, aber auch vor gewaltfördernden Interpretationen. Der Schwerpunkt ist auf die kulturelle und geistige Entwicklung der islamischen Welt zu legen.
• Die größte Verantwortung aller dieser Bemühungen jedoch entfällt auf die Geistlichen und die Vorreiter der öffentlichen Meinungsbildung. Die drei Göttlichen Religionen müssen Vorsicht walten lassen gegenüber denjenigen, die Aberglauben und unhaltbare Glaubensinhalte als einen Teil der religiösen Moral darstellen. Der Gesellschaft muß bewußt gemacht werden, dass jede Art von Radikalität der religiösen Moral entgegengesetzt ist und dass Allah den Gäubigen befahl, ausgeglichen und nachgiebig zu sein. Um die Gesellschaft vor Radikalismus zu schützen, müssen die Meinungsbildner diese Bewegung der Bewußtseinsformierung unterstützen und die Grundlage für ein maßvolles Verständnis vorbereiten.
• Diese Bemühungen, die von den Angehörigen der drei Göttlichen Religionen auszuführen sind, stellen ein Mittel dar, um die Bedingungen aufzuheben, die die Grundlage des Radikalismus sind. Die Menschen müssen sich vor einem Verständnis hüten, das die eine Seite schätzt, die andere jedoch als wertlos empfindet, das den Glauben und religiöse Werte völlig außer Acht läßt und nur sich selbst im Recht wähnt. Die Sure al-Baqara, der 113. Vers des Quran, teilt mit, dass die Juden die Christen beschuldigen “auf nichts zu fußen” und die Christen die Juden in gleicher Weise beschuldigen. Doch weiß Allah am besten, wer sich auf dem richtigen Weg befindet. Deshalb müssen die aufrichtig Glaubenden Wege suchen, die sie noch näher zu Allah führen, anstelle sich gegenseitig zu beschuldigen, und sie müssen sich darum bemühen, das Wohlgefallen und die Barmherzigkeit Allahs zu erlangen. Ein Vers erklärt in folgender Weise, dass sich diejenigen falsch verhalten, die das Gegenteil tun:
Es ist auch nicht zu vergessen, dass mit der Allianz gemäßigter, friedliebender, kultivierter und aufrichtig religiöser Menschen der Schaden beseitigt werden kann, den die Radikalen in der Islamischen, der christlichen und der jüdischen Welt verursacht haben. Auf diese Weise werden die Einflüsterungen derjenigen unschädlich gemacht, die Krieg und Auseinandersetzung als einzige Lösung anbieten und die glauben, dass Sicherheit nur durch Demonstration von Stärke oder Gewaltanwendung gewährleistet werden kann; zugleich werden die Unternehmungen behindert, die die Ursache sind für noch mehr Blut und Tränen und noch größeren materiellen Schaden.Und die Juden sprechen: "Die Christen fußen auf nichts!". Und die Christen sprechen: "Die Juden fußen auf nichts!" Und doch lesen sie die Schrift. Mit ähnlichen Worten sprachen (schon) diejenigen, die überhaupt kein Wissen besitzen. Allah wird unter ihnen am Tag der Auferstehung über das richten, worin sie uneins sind. (Sure al-Baqara, 113)
Ein weiterer wichtiger Weg zur Eindämmung des des Radikalismus ist die Darstellung der Fehler der den Radikalismus fördernden Ideologien. Auf den folgenden Seiten dieses Buches werden wir die Fehler der radikalen Bewegungen der christlichen, jüdischen und Islamischen Welt untersuchen.
Eine der problematischsten Regionen ist Palästina. Doch vor allem in letzter Zeit nahmen Dialog und Zusammenarbeit zwischen gewissenhaften Juden und Muslimen zu. Die Nachricht mit der Überschrift "Building A Better Future Together” (Gemeinsam eine bessere Zukunft aufbauen) berichtet von den gemeinsamen Unternehmungen von Juden und Muslimen auf technologischem Gebiet. Der Artikel mit der Überschrift “Bridge Over Water” (Brücke über dem Wasser) beschreibt einige gemeinsame Projekte zwischen Juden und Muslimen, um das Wasserproblem Palästinas zu lösen. In einem Umfeld, in dem die wahre religiöse Moral gelebt wird, wird auch die Anzahl von Projekten dieser Art zunehmen und Wohlstand, Ruhe und Sicherheit werden mit Allahs Erlaubnis von Dauer sein. In dem Bericht auf der Internetseite der BBC mit der Überschrift “Ein Geistlicher verdammt Selbstmordanschläge” wird den Veröffentlichungen von Scheich Muhammad Tantavi Platz eingeräumt, der sagt, dass derartige Anschläge mit der Islamischen Moral nicht vereinbar sind. Die Tatsache, dass Radikalismus und Gewalt keinerlei Platz im Islam haben, wird von modernen Islamgelehrten häufig wiederholt. An der Spitze dieser Gelehrten steht der Oberimam der berühmten el-Ezher Universität, Scheich Muhammad Tantavi. Tantavi, dessen Ansichten überall in der Islamischen Welt Gewicht haben, sagte in einer Rede, in der er die auf Zivilisten verübten Selbstmordanschläge in Israel verurteilt, folgendes:
Der Direktor des Muslimischen Kollegs in London, Dekan Dr. Zeki Badawi ist einer der Gelehrten, die mitteilen, dass Radikalismus und Gewalt nicht der Islamischen Moral entsprechen. Persönlich glaube ich, dass diese Menschen den Islam falsch verstanden haben, dass diejenigen, die Zivilisten angreifen eine große Schuld begehen, da dies im Islam verboten ist. Einer der wichtigsten Wege zur Verhinderung von Radikalismus sind die Bemühungen zu einem Dialog der mit der Allianz der Anhänger der drei Religionen verwirklicht wird. Eine dieser Unternehmungen sind die traditionellen “Alexandrinischen Versammlungen”, die vom Pariarchat Alexandrias veranstaltet werden. Oben ist der Text der Rede des Patriarchen von Alexandria abgedruckt, die dieser über den muslimisch-christlichen Dialog hielt. Daneben befindet sich die Deklaration der Versammlung des Jahres 2002. |
Muslime, die verpflichtet sind, die religiöse Moral zu erklären, Menschen nicht zu unterdrücken und zu zwingen und selbst dem hartnäckigsten Leugner gegenüber freundlich zu sein, können nicht radikal sein. Denn Radikalismus bedeutet, das Gegenteil all der aufgezählten Eigenschaften zu praktizieren.Und dank der Barmherzigkeit Allahs warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen... (Sure Al-Imran, 159)
Übe Nachsicht, gebiete das Rechte und meide die Unwissenden. (Sure al-A'raf, 199) |
Sprechen Muslime mit Menschen, die nicht demselben Glauben wie sie anhängen, erklären sie diesen die Quranische Moral und benutzen dabei einen höchst liebenswürdigen und ehrerbietigen Stil. Niemals besteht ihr Ziel darin, den Gegenüber zu zwingen. Die Verpflichtung der Muslime besteht darin, den Menschen die Moral, die Allah im Quran mitteilte, in angenehmster Weise zu erklären und die Entscheidung ihr zu folgen, dem Gegenüber zu überlassen. In dem folgenden Vers teilt Allah mit, welchen Stil ein Muslim anderen Menschen gegenüber zu gebrauchen hat.Die da spenden in Freud und Leid und den Zorn unterdrücken und den Menschen vergeben - und Allah liebt die Gutes Tuenden. (Sure Al-Imran, 134)
Ein weiteres Beispiel, das uns diesbezüglich den Weg weist, ist der Befehl Allahs an den Propheten Moses (Fsai) “sanfte Worte zu sagen”, wenn er zum Pharao geht:Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten. (Sure an-Nahl, 125)
Der Pharao war der Leugner, der in seiner Zeit die Tyrannei und Verleugnung am weitesten trieb. Nicht nur, dass er Allah verleugnete und sich selbst zum Götzen machte, er war ein Despot, der an den Gläubigen, den Israeliten, ungeheuerliche Grausamkeiten verübte. Trotzdem befahl Allah seinem Propheten “ihm sanfte Worte zu sagen” wenn er zu ihm ginge. Es ist auffällig, dass die von Allah mitgeteilte Maßnahme darauf beruht, einen Dialog in einem gemäßigtem Stil aufzubauen. Spitze Worte, Geschrei und aufgeregte Auseinandersetzungen entsprechen nicht der von Allah befohlenen Moral und dem Stil der Verkündung.Geht beide zu Pharao. Siehe, er überschreitet das Maß. Doch sprecht mit ihm auf freundliche Weise. Vielleicht lässt er sich ermahnen oder lernt, (Mich) zu fürchten." (Sure Taha, 43-44)
Deshalb müssen sich alle Muslime eines harten, wütenden und kämpferischen Stils enthalten, der nicht mit dem Geist der Quranischen Moral und dessen Wesen übereinstimmt und statt dessen den maßvollen, toleranten, ruhigen und intelligenten Stil verfolgen, den Allah im Quran beschrieb. Die Muslime müssen mit ihrer Reife, ihrer Toleranz und Menschlichkeit, Ausgeglichenheit, Bescheidenheit und Gelassenheit der ganzen Welt ein Vorbild sein, dann werden andere Menschen sie und die Islamische Moral bewundern. Doch nicht nur auf diesem Gebiet, auch auf den Gebieten von Wissenschaft, Kultur, Kunst und Ästhetik soll mit großen Fortschritten und schönen Werken der Islam in der angenehmsten Weise gelebt und in der gesamten Welt repräsentiert werden.
Ein Bild, das die Kreuzritter bei der Zerstörung der al-Aksa Mosche zeigt. |
Die Geburtskirche. |
Absichten und Aktionen die darauf abzielen, die Errichtung einer auf Verständnis und Achtung aufbauenden Beziehung zwischen beiden Gesellschaften zu verhindern, können ohne Zweifel am besten von den Christen selbst wirkungslos gemacht werden. Solche Irrtümer müssen der Gemeinschaft der Christen aufgezeigt werden. Die Anschauungen von Personen die darauf abzielen, die Welt in einen großen Kriegsschauplatz zu verwandeln, weil sie die Existenz anderer Zivilisationen nicht ertragen können, sind der christlichen Lehre entgegengesetzt, die Liebe und Verständnis befiehlt. Entsprechend der Bibel müssen religiöse Christen allen Menschen Gutes tun, sogar ihre Feinde lieben und auch denjenigen eine Wohltat erweisen, die sie hassen. Eine vor allem Muslimen gegenüber entwickelte, vorurteilsbeladene Einstellung resultiert aus der falschen Bewertung der christlichen Lehre und dem Einfluß mancher atheistischer Ideologien. Gemäßigte Christen müssen darlegen, dass die von Radikalen vertretenen Behauptungen im Widerspruch mit der Frieden und Liebe verteidigenden christlichen Lehre stehen. Unternehmungen in dieser Richtung verhindern, dass Menschen, die nicht über ausreichend Wissen verfügen, dem Einfluß der radikalen Einflüsterungen unterliegen. Es ist eine Notwendigkeit der christlichen Moral, diesen Gefahren zu begegnen. Diese Verantwortung der Christen wird in der Bibel folgendermaßen ausgedrückt:
Time, 7. März 1994 Dem unbarmherzigen Attentat auf die Moschee des Propheten Abraham wurde im Magazin Newsweek der Titel “Blutbad in der Moschee” gegeben. Newsweek, 7. März 1994 Der jüdische Siedler Baruch Goldstein, der das Feuer auf die Muslime eröffnete, die in der Moschee des Propheten Abraham das Morgengebet beteten, tötete 67 Muslime und verletzte 300 Menschen. Goldstein war Mitglied der radikalen jüdischen Organisation Kach. . |
Eine weitere seltsame Seite der Morde von El-Halil ist deren Akzeptanz von einigen Teilen der israelischen Bevölkerung. Israel Shahak, einer der israelkritischen Namen lenkte in einem Artikel die Aufmerksamkeit darauf, dass das Goldsteinattentat in “beunruhigender Weise” von der Bevölkerung Israels unterstützt wurde.17 Demzufolge zeigte eine nach dem Ereignis durchgeführte Meinungsumfrage, dass 40% der Israelis die Morde unterstützen oder wenigstens “Verständnis” zeigten. Unter Jugendlichen lag diese Quote noch höher; 30% der jungen Israelis teilten mit, Goldstein zu unterstützen, 35%, dass sie ihn “verstünden”. Shahak schrieb, dass diese Unterstützung nicht nur auf die El-Halil Morde beschränkt bleibe, sondern dass die im allgemeinen von den Kahane-Nachfolgern verteidigten Doktrinen eine erschreckende gesellschaftliche Unterstützung fänden. Untersuchungen zeigen, dass 39% der Jugendlichen die Ideen Kahanes vorbehaltlos unterstützen. Wurde der Name Kahanes nicht genannt, sondern nur dessen Ansichten zusammengefasst, dann stieg die Unterstützung auf 66% an. Diese Mehrheit glaubte, das die Araber in den besetzten Gebieten zur Abwanderung gezwungen werden müssten. Wie Shahak sagte, ist auch die Anzahl derer sehr hoch, die die Araber als “Amalek” bezeichnen. Die Amalek waren im Alten Testament ein arabischer Stamm, der ohne Unterscheidung von Frauen und Kindern den Tötungsbefehl gab. Über die Amalek wird folgendes gesagt:
Die Aktionen radikaler Juden werden von gewissenhaften Menschen der jüdischen Gesellschaft aufs Heftigste verurteilt. Eine dieser Personen ist der jüdische Geistliche Jonathan Magonet, der bedeutende Arbeiten für Toleranz und den Dialog zwischen den Religionen unternimmt. In seinem Buch mit dem Titel “Talking to Other” (Mit anderen Sprechen) lenkt er die Aufmerksamkeit auf die gemeinsamen Werte der Angehörigen der drei Religionen. In seinem Buch findet sich auch ein Bericht über die Versammlung, die im Jahre 1994 in der Londoner Synagoge für die in der Moschee des Propheten Abraham ermordeten Muslime abgehalten wurde. An der von Juden veranstalteten Versammlung nahmen zahlreiche Juden und Muslime teil. Während der Versammlung wurden Quranverse sowie Auszüge aus den heiligen Texten der Juden gelesen und teilnehmende Juden und Muslime beteten gemeinsam für die Opfer. Unter der Überschrift “Gebetsabend für die Opfer des Blutbads in der Moschee des Propheten Abraham” wird die Organisation ausführlich beschrieben. |
Die Ideologie dieses Radikalismus untersuchten wir bereits in verschiedenen früheren Büchern. Das zusammengefasste Ergebnis dieser Untersuchungen können wird folgendermaßen ausdrücken:
Kübbet-üs Sahra und Klagemauer. Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten. (Sure an-Nahl, 125) |
Der jüdische Radikalismus lässt zwei grundlegende Quellen erkennen: 1. Die Psychologie der “Feindschaft gegen alles Nichtjüdische”, die aus der Tradition der Juden kommt und sich insbesondere auf bestimmte fanatische Bestimmungen des Talmud stützt.
2. Den durch die Kolonialisierungsideologie des Sozialdarwinismus inspirierten politischen Zionismus, der Ende des 19. Jahrhunderts aufkam.
Die erste der oben gannten Quellen wurde am ausführlichsten in dem Buch von Israel Shahak, Jewish History, Jewish Religion (Jüdische Geschichte, Jüdische Religion) untersucht. Wie Shahak ausführlich nachwies, war das jüdische Volk, das ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. in der Diaspora in christlichen Gebieten lebte, jahrhundertelang Druck und Grausamkeiten ausgesetzt. Als Reaktion darauf entwickelte sich das Gefühl der Feindschaft gegen alles Nichtjüdische. Dieses Gefühl wurde insbesondere in den traditionellen Quellen der Juden, dem Talmud widergespiegelt. Die Verfasser des Talmud erteilten unter Verzerrung der Bestimmungen des Alten Testaments oder von darauf gestützten Interpretationen falsche Ratschläge, dass man Nichtjuden betrügen und schädigen dürfe. Diese Bestimmungen, die daraus entstandenen Traditionen und manche Verhaltensweisen der jüdischen Gesellschaft sind der Grund, dass Juden gegenwärtig Nichtjuden mit großer Unsicherheit, ja sogar mit Haß betrachten.
Die zweite Quelle betrifft den politischen Zionismus. Diese Bewegung am Ende des 19. Jahrhunderts als ein Projekt der Juden geboren, die in Palästina einen Nationalstaat gründen wollten. Dieses Projekt kann sicherlich als ein Recht der Juden bewertet werden, die zu dieser Zeit nirgendwo auf der Welt über einen Staat verfügten und in den Ländern, in denen sie lebten, zum Großteil als Staatsbürger zweiter Klasse betrachtet wurden und antisemitischem Druck und Angriffen ausgesetzt waren. Allerdings ging der Zionismus über seine legalen Ansprüche auf Gründung eines jüdischen Staates auf palästinensischem Boden hinaus und propagiert inzwischen die Vereinnahmung von ganz Palästina unter Vertreibung der Araber. Dies ist ein Ergebnis des Einflusses der kolonialen Ideologie des Sozialdarwinismus, der im 19. Jahrhundert den Zionismus Europas beherrschte. In den 1920er und 1930er Jahren wurde diesem der revisionistische Zionismus hinzugefügt, eine Bewegung unter der Führerschaft des faschistischen Ideologen Vladimir Jabotinsky, der seine Inspiration von Nazideutschland und dem Italien Mussolinis erhielt; auf diese Weise kam zum Zionismus ein faschistisches Element.
Sammellager Nordhausen, 1945 Der Antisemitismus, der in der Islamischen Welt niemals auftauchte, führte dazu, dass in Europa während des 2. Weltkrieges Millionen von Juden ermordet wurden. |
2. Gewährleistet werden muß ausserdem die Mäßigung des Zionismus auf politischem Gebiet. Sicherlich hat Israel ein Existenzrecht sowie das Recht, in seinen Gebieten für Sicherheit zu sorgen; aber es hat kein Recht eine Nation ein halbes Jahrhundert lang besetzt zu halten. Aus diesem Grund muß sich der jüdische Staat aus den seit 1967 besetzten Gebieten zurückziehen und der Gründung eines palästinensischen Staates im Westjordanland und dem Gazastreifen zustimmen; darüber hinaus muß Israel freundschaftliche und konstruktive Beziehungen mit diesem Staat aufbauen und sowohl mit den Palästinensern wie auch mit der gesamten arabischen Welt Frieden schließen.
Daneben ist es von großer Bedeutung, dass religiöse Juden den Lehren folgen, die der Herr im Quran mitteilte und dass alle Juden zur guten Moral Allahs eingeladen werden.
Aus diesem Grund muß von der Behauptung des Erwähltseins Abstand genommen werden, die von manchen Juden vorgetragen wird. Im Quran wird erklärt, dass Allah den Juden zu einer Zeit Gottesgaben zukommen liess und sie zu anderer Zeit zum Herrscher über andere Nationen machte. Einige Quranverse zu diesem Thema lauten folgendermaßen:
Allerdings drücken diese Verse nicht die von den Juden unterstellte Bedeutung des Erwähltseins aus. Sie zeigen, dass einige Propheten von diesem Stamm abstammten und dass die Juden früher einmal ihre Herrschaft über weite Gebiete ausdehnten. In den Versen wird erklärt, dass der Grund für ihre Herrschaft darin zu sehen ist, dass sie vor aller Welt bevorzugt wurden. Mit der Beendigung der Herrschaft, die die Propheten David (Fsai) und Salomon (Fsai) über die Welt begründet hatten, ging auch diese Eigenschaft der Juden zu Ende.O ihr Kinder Israels! Gedenkt Meiner Gnade, mit der Ich euch begnadete, und dass Ich euch vor aller Welt bevorzugte. (Sure al-Baqara, 47)Wir gaben den Kindern Israels fürwahr die Schrift und die Weisheit und das Prophetentum und versorgten sie mit Gutem und bevorzugten sie vor aller Welt. (Sure al-Dschathiya, 16)
Allerdings sind radikale Juden durch die Interpretation einiger Erläuterungen in der Thora von der falschen Ansicht überzeugt, dass das Erwähltsein eine dauerhafte Eigenschaft ihrer Rasse ist. Als Ergebnis wurde das verquere Verständnis entwickelt, dass jeder Jude von Geburt an Überlegenheit über andere besitzt und die Israeliten deshalb allen anderen Stämmen auf ewig überlegen sind. Ein weiterer schwerer Irrtum, der aus dieser Ansicht resultiert ist, dass einige Radikale, wie der wahllos auf betende Muslime schießende Goldstein, aus der Behauptung der Überlegenheit einen Befehl zur Gewaltanwendung gegenüber anderen Nationen ableiteten. Deshalb verwenden Radikale manche Ausführungen der Thora als Quelle. Dementsprechend ist es alltäglich, wenn Juden die Menschen anderer Nationen und Religionen betrügen, sich deren Besitz und Eigentum aneignen und, falls erforderlich, sie einschließlich der Frauen und Kinder ermorden. All dies sind jedoch Grausamkeiten, die der religiösen Moral widersprechen. Ebenso wie den Christen und Muslimen hat Allah auch den Juden Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit, den Schutz des Rechtes unterdrückter Menschen, Frieden und Liebe befohlen. Deshalb ist das Morden von Frauen, Kindern und Alten ganz klar gegen die Quranische Moral. Allah berichtet im Quran folgendermaßen von dem Versprechen, das die Israeliten gaben:
Außerdem darf nicht vergessen werden, dass der Fanatismus der radikalen Juden im Widerspruch zu den anderen Erklärungen der Thora steht. Die Bestimmungen, die den Juden in der Thora mitgeteilt wurden lauten: "Blutschulden nicht hören", "Augen zuhalten" und “nichts Arges sehen”. (Jesaja, 33/15). Die Fanatiker mißachten alle Erklärungen der Thora bezüglich des Verurteilens von Gewalt und Unterdrückung, vertreten einen Glauben, der auf Haß und Wut aufbaut und glauben, auf diesem Weg die Herrschaft über die Welt zu erlangen. Aber keine Ideologie kann erfolgreich sein, die Gewalt und Aggression enthält und Ruhe und Ordnung zerstört. Gewalt bringt immer Zerstörung. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass Juden, die an Allah glauben, den rechten Bestimmungen in den Büchern Folge leisten und den Frieden verteidigen. Einige der Erklärungen der Thora, in denen Liebe, Barmherzigkeit und angenehme Moral gelobt werden, lauten folgendermaßen:Und als Wir von den Kindern Israels ein Versprechen entgegennahmen, (sprachen Wir:) "Dient keinem außer Allah; tut Eltern und Verwandten und Waisen und Armen Gutes; sprecht mit den Leuten auf freundliche Weise; verrichtet das Gebet und entrichtet die Steuer." Danach kehrtet ihr euch bis auf wenige ab und wurdet abtrünnig. Und als Wir euer Versprechen entgegennahmen, dass ihr nicht euer Blut vergießen und euch nicht aus eueren Wohnungen vertreiben würdet, da gelobtet ihr es und wart selber Zeugen. (Sure al-Baqara, 83-84)
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha, 6/8)
Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses… (2. Mose, 20/13-17)
Als eine sehr wichtige Entwicklung ist heute zu betrachten, dass sowohl friedliebende israelische Staatsbürger, aber auch ein grosser Teil der Juden die in anderen Ländern leben, den israelischen Staatsterror heftig kritisieren. Aufrichtig glaubende Juden haben sich vor Augen zu halten dass die Befehle in der Thora lauten nicht zu töten, kein Unrecht beim Regieren zu tun, keine Rache auszuüben und kein Blut zu vergießen; es ist Bedingung, dass sie in der ersten Reihe in der kulturellen und ideellen Auseinandersetzung mit dem Fanatismus im Namen des Judentums stehen und bei diesem Thema eine Allianz mit gewissenhaften Christen und Muslimen eingehen. Die geistige Auseinandersetzung mit dem jüdischen Radikalismus wird einer der wichtigsten Wege sein, um das seit einem halben Jahrhundert andauernde Palästinaproblem dauerhaft und gerecht zu lösen. Dann erst wird ein Umfeld entstehen, in dem Juden, Muslime und natürlich auch Christen in Ruhe in der Region leben können. Mit dem Befolgen der wahren religiösen Moral wird in palästinensischen und israelischen Gebieten Ruhe, Liebe und Toleranz einkehren. Es darf auch nicht vergessen werden, dass im Laufe der Geschichte sowohl Juden als auch Muslime die größte Tyrannei von den Befürwortern der Ideologien erlebten, die nicht mit der religiösen Moral übereinstimmen. Das Heilige Buch ist voller Passagen mit Grausamkeiten, die die Heiden den Juden zufügten. Von Atheisten wie den Nazis, den antisemitischen Rassisten und den Stalinisten im kommunistischen Russland begangener Völkermord und Brutalitäten ragen besonders heraus. Diese religionslosen Kräfte haßten die Juden, weil sie an Allah glaubten und unterdrückten sie deswegen. Doch gegen die antireligiösen Kräfte müssen die Anhänger beider Religionen in einer Reihe stehen und nicht auf die Einflüsterungen radikaler Ansichten hören, die diese Vereinigung behindern könnten.